Unreinheiten, Stress, ein fahler Teint - dass Stress unter die Haut geht ist real. Welche Wege es gibt, die Haut wieder zu beruhigen erklärt Frau Dr. Henrike Neuhoff, wissenschaftliche Leiterin bei lavera Naturkosmetik, in unserem Experteninterview.
„Cortisol Face“ ist gerade auf TikTok und Instagram in aller Munde – was steckt da wirklich dahinter?
Frau Dr. Neuhoff: Das virale Gesprächsthema greift etwas Reales auf – auch wenn es auf Social Media natürlich schnell überdramatisiert wird. Stress hat tatsächlich direkte Auswirkungen auf die Haut, das schwächt vor allem die Hautbarriere, hemmt die Kollagenbildung und macht die Haut trockener und empfindlicher. Das sogenannte „aufgeschwemmte Gesicht“, das auf TikTok mit Cortisol in Verbindung gebracht wird, ist medizinisch tatsächlich bekannt – allerdings nur bei klinisch stark erhöhtem Cortisolspiegel, etwa beim Cushing-Syndrom. Alltäglicher Stress erreicht dieses Niveau in der Regel nicht. Ein echter Cortisol-Detox, wie ihn manche fordern, ist medizinisch unsinnig – Cortisol ist lebenswichtig. Aber: Die Haut leidet wirklich unter Dauerstress.
„Wenn wir gestresst sind, steigt der Cortisolspiegel, was die Talgproduktion anregt. Das kann zu verstopften Poren und Unreinheiten führen“
Was genau passiert mit der Haut, wenn wir gestresst sind?
Frau Dr. Neuhoff: Die Haut hat einen eigenen Direktdraht zum Gehirn, die sogenannte Haut-Hirn-Achse. Haut und Nervensystem stammen aus demselben embryonalen Gewebe und sind dauerhaft miteinander verbunden. Wenn Stress aufkommt, schickt der Körper Botenstoffe wie Cortisol, CRH und Substanz P an die Haut – das löst eine Kettenreaktion aus: Die Hautbarriere wird schwächer, die Haut verliert mehr Feuchtigkeit, Rötungen und Entzündungen entstehen, die Talgproduktion steigt. Das Ergebnis kennen wir alle: Rötungen, Trockenheit, Pickel – oft genau dann, wenn man es am wenigsten braucht. Psychische Belastung wird also nicht nur im Kopf verarbeitet, sondern unmittelbar an die Haut weitergeleitet.
Ist gestresste Haut dasselbe wie sensible Haut – oder gibt es da einen Unterschied?
Frau Dr. Neuhoff: Das wird oft durcheinandergebracht. Sensible Haut ist häufig genetisch bedingt: Manche Menschen haben von Natur aus eine weniger widerstandsfähige Barriere und reagieren stärker auf Reize. Gestresste Haut hingegen kann jeden treffen – auch wer sonst robuste Haut hat. Sie entsteht durch Überlastung: Schlafmangel, Hormonschwankungen, schlechte Luft, psychischer Dauerdruck. Die gute Nachricht: Anders als sensible Haut ist gestresste Haut oft vorübergehend – wenn man weiß, was die Haut gerade braucht.
Was bedeutet „adaptogen“ – und warum ist das für die Hautpflege spannend?
Frau Dr. Neuhoff: Adaptogene sind Pflanzensubstanzen, die dem Körper helfen, besser mit Stress umzugehen – das Konzept kommt aus der Naturheilkunde und ist dort schon länger bekannt, zum Beispiel bei Ashwagandha als Nahrungsergänzungsmittel. Wir haben diesen Ansatz jetzt auf die Hautpflege übertragen – wohlwissend, dass die Forschung zur topischen Anwendung noch jünger ist als die zur oralen Einnahme. Die Idee dahinter ist: Statt immer nur Symptome wie Rötungen oder Trockenheit zu behandeln, stärken wir die Haut so, dass sie mit Stress besser umgehen kann – präventiv, auf zellulärer Ebene. Die Haut wird quasi stressresilienter.
Ashwagandha kennt man inzwischen als Superfood-Ergänzungsmittel – was macht der Wirkstoff auf der Haut?
Ashwagandha ist tatsächlich eines der am besten erforschten Adaptogene und in der ayurvedischen Heilkunde seit Jahrtausenden im Einsatz. Topisch angewendet, unterstützt Bio-Ashwagandha die natürliche Balance der Haut, wirkt beruhigend auf Stressreaktionen und fördert die Regeneration. Kombiniert mit CICA – also Centella Asiatica, der Pflegeikone aus der K-Beauty-Welt – und Panthenol entsteht ein Trio, das wirklich an den Ursachen gestresster Haut ansetzt: Barriere stärken, beruhigen und mit Feuchtigkeit versorgen.
Viele denken, Pflege fängt mit der Creme an – warum ist der Cleansing Balm für gestresste Haut so wichtig?
Frau Dr. Neuhoff: Das ist ein weit verbreiteter Irrtum. Gute Pflege beginnt bei der Reinigung – und wer gestresste Haut mit einem aggressiven Reiniger behandelt, macht es schlimmer. Der Calm & Comfort Cleansing Balm arbeitet mit einer Balm-to-Milk-Technologie: Die feste, cremige Textur schmilzt durch Körperwärme zu einem Öl, das beim Aufschwemmen mit Wasser zur sanften Emulsion wird – rückstandslos, ohne Fettfilm, super verträglich. Er reinigt gründlich, auch wasserfestes Make-up, und wirkt dabei gleichzeitig aktiv gegen Hautstress. Das Ritual des Abschminkens kann so zum echten Moment der Entschleunigung werden.
Für wen ist Calm & Comfort – und ab wann macht es Sinn, damit anzufangen?
Frau dr. Neuhoff: Für alle, die ihre Haut phasenweise als gestresst, gereizt oder empfindlich erleben – das ist keine Alters- oder Hauttyp-Frage. Ob junger Berufseinstieg mit wenig Schlaf, Stadtleben mit viel Umweltstress oder einfach eine intensive Lebensphase: Sobald die Haut reagiert – Trockenheit, Spannung, Rötungen – ist der richtige Zeitpunkt. Wer präventiv handeln möchte, kann auch einfach anfangen, bevor es so weit kommt. Weniger ist hier mehr: eine gute Reinigung, eine starke Creme, fertig.
Was kann man neben der Pflege noch tun – gibt es einfache Alltagstipps?
Ja – und die sind erstaunlich simpel, auch wenn es sich klischeehaft anhört.
Wenn jemand gerade mitten im Stress steckt und nicht weiß, wo er anfangen soll – was wäre Ihr Tipp?
Frau Dr. Neuhoff: Weniger ist mehr – das ist mein persönlicher Tipp Nummer eins. Gestresste Haut braucht keine aufwendige Routine, sondern Ruhe und gezielte Unterstützung. Sanft reinigen, eine beruhigende, Barriere schützende Creme auftragen – und dann bitte auf alles verzichten, was reizt: kein Peeling, keine starken Säuren, keine Experimente mit neuen Produkten. Und: Die Haut ist ein Spiegel. Wer anfängt, ihr zuzuhören, geht anders mit ihr um. Calm & Comfort ist genau für diese Momente gemacht – für Haut und Sinne, die gleichermaßen zur Ruhe kommen möchten.